…für lila Zimtstangen und die, die an der Nadel hängen…

Was ist das eigentlich – Stress?

Was ist das eigentlich – Stress? 150 150 admin

Er ist in unserer modernen, durch getakteten und immer schneller werdenden Welt ein ständiger Begleiter für viele Menschen geworden: Stress.

Viele Menschen fühlen sich gestresst. Unentspannt. Sind nie mehr ganz bei der Sache, mit dem Kopf immer schon woanders. Fühlen und wirken gehetzt. Unfähig, den Moment wahrzunehmen und zu genießen. Vielleicht sogar: Überwältigt und überfordert.

Dauernder Stress (Distress) wird gar mit der Entstehung verschiedener psychischer und körperlicher Erkrankungen – von Angstzuständen, Burnout und Depressionen bis hin zum tatsächlichen Magengeschwür – in Verbindung gebracht.

Kein Wunder, dass Meditations- und Entspannungsseminare immer mehr an Beliebtheit gewinnen, Anti-Stress-Produkte vom Tee bis zum Silikonhoden mit Saufnapf (danke für die Alpträume, Google) versprechen (zweifelhafte) Abhilfe.

Doch was ist das eigentlich – Stress?

Die Antwort auf diese Frage führt uns tief in die Biologie und zurück in der Zeit: Denn was als Volkssport oder -krankheit daher kommt (je nach Sichtweise), ist in Wirklichkeit ein seit Millionen von Jahren in uns verwurzelter, im Körper messbarer Vorgang und Zustand. Was wir als (größtenteils) harmlosen Stress bezeichnen ist genau die Reaktion, die die Körper unserer Vorfahren beim Anblick eines Säbelzahntigers (oder einer anderen potentiell tödlichen Bedrohung) erlebten: Der Herzschlag beschleunigt sich, die Muskulatur wird besser durchblutet, die Wahrnehmung verengt sich, konzentriert sich auf einen Punkt (auf die Gefahr), während die Verdauung und alle anderen, nicht unmittelbar für Flucht oder Kampf benötigten Körperfunktionen gehemmt werden. Verantwortlich dafür sind verschiedene Hormone, die ins Blut abgegeben werden.

Dabei muss diese Erfahrung nicht einmal negativ sein: Achterbahnen, Geisterbahnen, ein Fallschirmsprung und letztlich auch ein spannender Film im Kino lösen im Prinzip die gleiche körperliche Reaktion aus wie eine tatsächliche tödliche Gefahr – oder eben der Säbelzahntiger für unseren Vorfahren.

Positiver und negativer Stress

Ein solcher, kurzfristiger gestresster Zustand (Eustress) wird von vielen sogar aktiv gesucht (und es wird viel Geld dafür bezahlt) – und gilt sogar als Gesund! Für die Gesundheit problematisch wird es erst, wenn sich der Stress zum Dauerzustand entwickelt, denn dann verkehren sich viele der eigentlich sinnvollen und positiven Wirkungen ins negative – und machen uns krank.

Wer es bis hierhin geschafft hat, fragt sich sicher, was das alles mit handgefärbter Wolle von wolloholiker zu tun hat? Die Antwort gibt es im zweiten Teil dieses Artikels!

Im letzten Artikel haben wir uns Stress auf drei ganz unterschiedlichen Wegen genähert: wir haben kurz angerissen, was bei Stress in unserem Körper passiert, woher diese Reaktion ursprünglich stammt und welche ernsthaften, gesundheitlichen Folgen ein modernes Leben im Dauerstress für uns haben kann.

Hilfsangebote

Hilfe und Entspannung wird inzwischen an jeder Straßenecke versprochen und die Angebote reichen von Centbeträgen bis zu kleinen Vermögen, von sinnvoll und medizinisch bestätigt zu experimentell und gar bizarr, von (angeblich) jahrtausendealten Traditionen bis hin zu hochwissenschaftlichen Techniken direkt aus dem Labor.

Tritt man einen Schritt zurück und betrachtet sich die (seriösen) Angebote, lassen sich schnell ein paar Grundkonzepte ableiten, die eine erfolgreiche Entspannungstherapie beinhalten muss:

Immer geht es in irgendeiner Form um die Konzentration auf eine bestimmte Sache, der die ungeteilte Aufmerksamkeit geschenkt wird. Dabei ist die Sache in der Regel relativ gleichförmig und vorhersehbar und für den Ausübenden in positiv besetzt.

Das gilt für Meditationen wie für den Saunabesuch, Yoga, Pilates, die Nutzung von Anti-Stress-Knautschbällen bis hin zu sogenanntem Ausgleichssport wie Fahrradfahren oder Schwimmen.

Und all diese Kriterien gelten – interessierte Lesende haben es schon geahnt – auch fürs Stricken! Die immer wieder kehrenden Bewegungen der Hände mit nur leichten Variationen sind der offensichtlichste Faktor – aber auch Konzentration wird benötigt. Selbst geübte Stricker werden keine allzu anspruchsvollen Tätigkeiten nebenbei erledigen können. Einen Film schauen, ja. Auch eine lockere Unterhaltung auf dem Stricktreffen. Doch schon das lösen einfacher Rechenaufgaben wird die meisten Strickenden schnell aus dem Konzept bringen.

Dieser Zustand leichter Konzentration ist es, die es unserem Körper ermöglicht, die Hormone, die unseren Körper in einen dauernden Alarmzustand versetzen wieder abzubauen so dass wir in die Lage versetzt werden, uns ein wenig ruhiger und gelassener den Aufgaben unserer Leben zu stellen.

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