…für lila Zimtstangen und die, die an der Nadel hängen…

Die verstrickte Dienstagsfrage #13/2014

150 150 lila Zimtstange

Und hier wie immer jeden Dienstag die verstrickte Dienstagsfrage vom Wollschaf:

Die verstrickte Dienstagsfrage vom Wollschaf

Die verstrickte Dienstagsfrage vom Wollschaf

Einige der Oberpfälzer Stricklieseln von Ravelry haben sich Gedanken darüber gemacht, warum wohl nach dem Strick-Hype in den 80ern das Stricken in den neunzigern völlig aus der Mode kam. Es wäre toll, wenn das die verstrickte Dienstagsfragen werden würde, denn dann hätten wir noch mehr Antworten auf diese Frage.

Wenn wir jemals mit unserer Untersuchung darüber fertig sind, werde ich natürlich darüber berichten und auch dich auf dem Laufenden halten.

Vielen Dank an Sabine für die heutige Frage!

So, dann wird die kleine lila Zimtstange doch auch diese Frage (oder eher ihre kleinen lila Gedankengänge kundtun) beantworten: Ja, in den 80ern habe ich auch gestrickt, auch Anfang der 90er. Dann habe ich jedoch die Stricknadel etwas beiseite gelegt und zu anderen Nadeln gegriffen. Frau könnte auch sagen, die kleine lila Zimtstange hing weiterhin an der Nadel, jedoch an der Nähnadel.

Selbstverständlich kann ich nicht sagen warum der Hype des Strickens in den 90ern aus der Mode am und jetzt wieder auflebt. Ich glaube auch nicht, dass dies etwas mit Bio und Co. zu tun hat, oder dass es daran lag, dass Frauen sich eher auf Kariere verlegt haben und stricken zu den angestaubten Hobbys verkümmerte und fortan ein Nischendasein fristete.

Für mich war die Fokusierung meiner Kreativität in Richtung Nähen und weg vom Stricken nicht weil ich hobbytechnisch trendy sein wollte oder musste. Nähen war ebenfalls nicht der angesagte Hype in den 90ern. Für mich persönlich war einfach die Zeit des Nähens gekommen und die des Strickens war vorbei. Erst Ende der 90er griff ich wieder zu Strick- und Häkelnadeln. Und ja, ich war auch mit Kindern und Karriere beschäftigt, dennoch nahm die Kreativität einen großen Raum in meinem Leben ein. Können denn Karriere und Kreativität, in welcher Form auch immer, nebeneinander Raum haben bzw. eine Symbiose miteinander eingehen? Passt denn beides nicht zusammen? War Stricken wirklich altbacken?

Ich vermute jetzt, und das ist wirklich reine Spekulation, dass die Modewelt auch handarbeitstechnisch Trends setzt. Betrachtet man die Mode aus den 90ern, so waren Strickwaren nur bedingt trendy. Ich erinnere mich spontan an Blockstreifenhosen, eingebaute Bizeps in kastenförmigen und unglaublich großen Blazern. Allerdings kommen mir wadenlange „wallewalle“ Röcke in Kombination mit Strickpullover ebenfalls in den Sinn. Passt jetzt nicht unbedingt in meine Argumentationskette, dennoch meine ich, dass die Stoffe fein gewebt, eher weg von Dralon und Modal, reinem Tuch, sondern wieder hin zu Synthetik waren. Zusätzlich, daran erinnern sich sicherlich auch alle, war der Individualismus der 70er und 80er modetechnisch betrachtet ein absolutes Out, und die Klamotten von der Stange waren in. Mädels, in den 70er oder 80er trug man Schlaghosen und in den 90er trug man Markenhosen. Individualismus war Out, In war diejenige, die eine bestimmte Marke trug. Klar gibt es diese Marken heute auch noch, doch die Möglichkeiten verschiedene Looks zu tragen die In sind, sind heute doch viel Vielfältiger als in den 90ern. Individualismus, weg von der Stange das ist heute wieder der Trend.

Und nachdem Stars und Sternchen auch wieder zu den Stricknadeln greifen, greift die Masse der Frauen ebenfalls zu den Stricknadeln. Hinzu kommen viele Beiträge in der Presse mit Überschriften wie „Stricken das neue Yoga“ und somit wird die Masse derjenigen die wieder Stricken einfach wieder größer. Allerdings möchte ich an dieser Stelle betonen, dass ich persönlich es wunderschön finde, dass überall Frauen und Männer das Stricken wieder für sich entdecken. Egal aus welchem Beweggrund, es ist einfach ein wunderschönes und tolles Hobby. In diesem Sinne, strick schneller, das Leben ist kurz!

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